08.07.2008Umbenennung des Naturschutzverband Freiberg e.V. in Naturschutzverband Sachsen e.V. Der Naturschutzverband Freiberg e.V. hat sich mit Eintragungsdatum vom 27.06.2008 des Amtsgerichtes Freiberg in Naturschutzverband Sachsene.V. - NaSa - umbenannt. Damit tragen wir dem Sachverhalt Rechnung, dass wir als Verein weit über die Grenzen des ehemaligen LandkreisFreiberg hinaus in ganz Sachsen präsent und tätig sind.02.06.2008Ortsumgehung Flöha - das BVerwG hat die Querung des Flöhatales vorläufig gestopptMit dem Urteil vom 20.05.2008 hat das BVerwG dem Regierungspräsidium Chemnitz untersagt, die geplante Verlegung der B 173 durch das Flöhatalzu verwirklichen - [ weiterlesen... ]. 11.02.2008Ortsumgehung Flöha - der Planfeststellungsbeschluß ist ausgelegtSeit dem 11. Februar 2008 ist der Planfeststellungsbeschluß für die Ortsumgehung Flöha ausgelegt - unser Kommentar [ weiterlesen ... ]02.02.2006Entschieden gegen Bebauungspläne in der FlußmündungInterview von Tobias Mehnert mit der Freien Presse Flöha - Originalfassung. [ weiterlesen ... ]25.05.2005Debatte um Gehölze und Totholz lenken von Hochwasserproblemen abInterview von Tobias Mehnert mit der Freien Presse Flöha - Originalfassung. [ weiterlesen ... ]30.03.2005Hochwasser 2005 - offener Brief unseres Vereins an den CDU-Stadtrat von Flöha Kurt Lange Reaktion auf den Artikel vom 19./20.03.2005 in der Freien Presse. [ weiterlesen ... ][ Archiv 2011 ] [ Archiv 2010 ][ Archiv 2009 ]
Ortsumgehung Flöha - Der Planfeststellungsbeschluss liegt ausUnser Kommentar vom 11.Februar 2008Nun ist es also soweit - alle Bemühungen im Vorfeld, den Bau der Ortsumgehung Flöha durch die sensibelste und wertvollste Stelle der Flöhaaue zuverhindern, sind vorerst gescheitert. Die ursprüngliche Planung wurde - trotz oder vielleicht auch gerade im Wissen um ihre Fehler, Einwände undihres ökologischen Risikos - durch die DEGES beibehalten. Mit einer 273 m langen Brücke soll in Zukunft der letzte frei fließende Flussabschnitt derFlöha verlärmt, mit Betonpfeilern die Flussarme betoniert werden und die Landschaft durchschnitten.Es ist nicht nur ein Landschaftsbild, was ruiniert wird (denn das sind menschliche Maßstäbe, welche sich ändern können), es ist vielmehr dieZähmung eines letzten Restes Wildnisses, welches sich nach dem Hochwasser 2002 eingestellt und nun reguliert und beseitigen werden soll.Wie immer wird der Eingriff klein geredet. Nur wenige Quadratmeter Brückenpfeiler in einer der letzten naturnahen Flußauen- was soll das schonbedeuten?
Wer die deutschen Wasserplaner- und -bauer kennt,weiß, was das zu bedeuten hat. Jeder einzelne Pfeilermuss dauerhaft gegen die Tücken des nassenElementes gesichert werden - mit Widerlagern undMauern. Möglichst doppelt abgesichert. Unter derBrücke eine Zufahrtsmöglichkeit zu den Pfeilern, fürInspektionen und Reparaturen.Adé frei fließender Fluß, adé Schotterfluren undFlutrinnen, Schluss mit Mäandrierung und Ausbildungneuer FlussarmeAber wir lassen uns das nicht bieten. Wir werden nicht hinnehmen, dass eine Brückenalternative, die die Beeinträchtigungen des FFH-Gebietes wennschon nicht ausschließt, aber wenigstens verringert (so wie es der Gesetzgeber auch verlangt), aus minimalen Kostengründen und technischenAusflüchten in den Wind geschlagen wird, weil die Planung von Anfang an eine politische Vorgabe war und ihre Auftraggeber ihr Gesicht nicht verlierenwollten.Wir werden die Verantwortlichen für diesen Planungswahnsinn, die aktiv Handelnden, die Wegschauer und Opportunisten in den Amtsstuben,Parteizentralen und Planungsbüros für die Nachwelt zu sichern wissen. Vor ihrem Gewissen können wir sie nicht schützen ...
Freie Presse vom 02.02.2006Im Folgenden veröffentlichen wir den Original-Inhalt des Interviews. Im Artikel der Freien Presse vom 02.02.2006 wurde stellenweise gekürzt, weil nicht genugPlatz für den vollständigen Text zur Verfügung stand.Entschieden gegen Bebaungspläne in der FlußmündungTobias Mehnert vom Naturschutzverband Freiberg verteidigt Auenlandschaft in Falkenau gegenüber Plänen für Ortsumgehung FlöhaIn dieser Woche läuft der Erörterungstermin für die geplante Flöhaer Ortsumgehung im kleinen Saal der Stadthalle Chemnitz. Das Regierungspräsidium (RP)und der Vorhabensträger, also die Deutsche Einheit Fernstraßeplanungs- und -bau GmbH (Deges), stellen das Projekt vor und nehmen Hinweise undEinwände auf. Bettina Junge sprach darüber und über andere aktuelle Naturschutzthemen mit dem Chef des Naturschutzverbandes Freiberg, TobiasMehnert.Freie Presse: Sie sind doch als größter Gegner des Vorhabens sicher dabei? Sind Sie privat als Landeigentümer davon betroffen? Tobias Mehnert: Ob ich mit 1,73 Metern der größte Gegner des Vorhabens bin, weiß ich nicht. Aber natürlich ist der Naturschutzverband Freiberg e.V. alsEigentümer des direkt von der Maßnahme betroffenen Auengrundstückes in Falkenau bei der Anhörung dabei. Der Naturschutzverband wird alles daransetzen, dass die Einzigartigkeit des bisher störungsfreien Inselgrundstückes keine nachhaltige oder erhebliche Beeinträchtigung durch dasStraßenbauvorhaben erfährt.Freie Presse: In Flöha wird befürchtet, dass durch Ihre und die Einwände des Naturschutzverbandes viele Hochwasserschutzmaßnahmen nicht realisiertwerden können, weil Sie Einspruch einlegen. Wird das so sein?Mehnert: Das werden die konkreten Planungen ergeben. Gegenwärtig bekommen wir den Eindruck, dass ein Teil der Hochwasserschutzplanungen und derenPriorisierungsversuche Ausdruck persönlicher Interessenlagen auf kommunaler Ebene sind. Wir vermissen ein klares Konzept, welches für jedenverständlich ist und für die Zukunft Schäden durch Hochwasser weitgehend ausschließt.Freie Presse: Können Sie uns da Beispiele nennen ?Mehnert: Vorm Hochwasser ist man immer dann geschützt, wenn man nicht im Überflutungsbereich siedelt. Mit dem Bau der Neubaublöcke an derLessingstraße Anfang der 70er Jahre wurde der notwendige Hochwasserabflussraum der Flöha erheblich verringert. Eine nachhaltigeHochwasserschutzplanung sollte die Wiederherstellung des ursprünglichen Abflussraumes zum Inhalt haben. Dies auch angesichts der Tatsache, dass manim hochwassersicheren Sattelgutgebiet Wohnblöcke zurückbaut. Stattdessen hält die Stadtverwaltung Flöha an ihren Bebauungsplänen an derFlussmündung von Flöha und Zschopau und am alten Kläranlagenstandort fest und schränkt so das Abflussprofil der Flüsse weiter ein. Wenn dann CDU-Stadtrat Richter als besonders prioritäre Hochwasserschutzmaßnahme zum Schutz auch seines Hauses den Bau eines „Mäuerchens“ an der ehemaligenAbflussrinne durch den Kirchgarten erkennt, ist das letztendlich nur noch die Krönung des Kleinklein. Menschlich verständlich, aber angesichts des 2002Erlebten nicht zielführend. Wir verplempern Geld für den Schutz vor einem 100-jährigen Hochwasser und wissen bereits heute, dass so Flutschäden wie 2002nicht vermieden werden können. Wir vertrauen und hoffen damit ausschließlich auf die Richtigkeit eines statistischen Wertes. Was aber wird, wennFlutereignisse wie 2002 zukünftig aller 20 Jahre eintreten ?Freie Presse: Sie sollen verhindert haben, dass Sträucher und Bäume an der Flöha abgeholzt wurden, das RP ist damals eingeschritten. Haben Sie so guteKontakte, oder kann jeder Bürger sich so stark für den Naturschutz machen?Mehnert: Zunächst einmal bin ich froh, dass die naturzerstörerischen Aktivitäten des Bauhofs der Stadtverwaltung am Flöhaufer gestoppt werden konnten.Dies war nicht das erste und, wenn man Beratungsresistenz der Handelnden unterstellt, auch nicht das letzte Mal. Beruhigend ist lediglich, dass wir unserernatürlichen Intuition folgend Täter dieser Art in der Regel auf frischer Tat ertappen. Das Netz der Naturfreunde ist erfreulicherweise ziemlich engmaschig. Dasbehördliche Handeln ist keine Frage des guten Kontaktes sondern logische Konsequenz gesetzlicher Regelungen.Freie Presse: Was sagen Sie dazu, dass sich der Naturschutz nicht über den Hochwasserschutz stellen sollte?Mehnert: Zunächst einmal ist mir kein Beispiel bekannt, in welchem Hochwasserschutzbelange hinter Belange des Biotop- und Artenschutzes gestellt wurden.Dahingehend steht also immer der Mensch im Mittelpunkt. Wenn aber unbelehrbare Menschen ihre Gebäude im unmittelbaren Überflutungsbereich vonFließgewässern errichten, sollte man meiner Meinung nach schon eine Neubewertung der Prioritäten vornehmen. Die Allgemeinheit kann jedenfalls nichtimmer für die Torheit einzelner zur Kasse gebeten werden !Freie Presse: Die Felsenbirne darf in neuen Wohngebieten in Niederwiesa nicht angepflanzt werden. Ist das nicht sehr abwegig, denn der Baum kommt hiervor und wächst wild. Hat Ihr Verband nicht andere Probleme? Mehnert: Der Naturschutzverband Freiberg hat zu den Wohngebieten in Niederwiesa keine Stellungnahme abgegeben. Wir vertreten auch die Auffassung,dass jeder in seinem Kleingarten nach seiner Fasson leben sollte. Die Debatte um die Felsenbirne in Niederwiesa ist aufgebauscht und übertrieben. Wenn die
Freie Presse vom 25.05.2005Im Folgenden veröffentlichen wir den Original-Inhalt des Interviews. Im Artikel der Freien Presse vom 25.05.2005 wurde stellenweise gekürzt, weil nichtgenug Platz für den vollständigen Text zur Verfügung stand.Debatte um Gehölze und Totholz lenken von Hochwasser-Problemen abDer Chef des Naturschutzverbandes Freiberg Tobias Mehnert reagiert auf die Debatte Natur- kontra Hochwasserschutz - Rückbau desFalkenauer Wehres ist geplantFreie Presse: Die Stadträte von Flöha kritisieren übertriebenen Naturschutz an der Flöha bei Falkenau. Welche Gefahren gehen für denHochwasserschutz von diesem Gebiet aus ?Tobias Mehnert: Überhaupt keine. Vielmehr ist dieser Abschnitt der Flöha der bedeutsamste Hochwasserausbreitungsraum vor den Toren der Stadt. Indiesem Gebiet wird die Kraft des Wassers erheblich gemindert. Die Flöhaaue bei Falkenau verkörpert den Prototyp einer hochwasserkonfliktfreienFlußlandschaft. Sie stellt damit ein vorbildliches Beispiel richtig verstanden Hochwasserschutzes dar.Freie Presse: Und was passiert mit den Bäumen entlang des Flusses - stellen diese nicht bei Hochwasser eine Gefahr für die Stadt Flöha dar ?Tobias Mehnert: Natürlich nicht. Im direkten Überschwemmungsbereich der Flöha wachsen natürlicherweise Erlen und Weiden. Diese Gehölze sichern dasUfer und bilden im Bestand den klassischen Auwald. Wie ein Filter halten Auengehölze Schwemmgut gleich welcher Art zurück. Beseitigt man nun dieseGehölze oder unterbindet deren Ausbreitung, beraubt man den Fluß-Unterlieger seines natürlichen Schutzes bei Hochwasser. Und mal ganz ehrlich - sinddie Gefahren, die z.B. von abgetriebenen Autos, Gartenhäusern, Lagerhallen oder umstürzenden Behelfsbrücken ausgehen nicht um ein Vielfaches höher? Ich habe noch keine Erle oder Weide gesehen, die an der Steg- oder Kirchbrücke zu einem Aufstau oder einer Bauwerksgefährdung geführt hätte.Freie Presse: Wie schätzen Sie die gegenwärtige Diskussion um den Hochwasserschutz in Flöha ein ?Tobias Mehnert: Ich bedauere, daß die gute Vorarbeit des Hochwasserbeirates von Flöha aktuell keine Fortsetzung erfährt. Die Debatte um Gehölze amFlußufer und Totholz in der Aue lenkt ab von den eigentlichen Hochwasser-Problemen der Stadt ... Freie Presse: Die z.B. wären ...?Tobias Mehnert: 1. Der Komplex Auenstadion und Gymnasium verhindert im Hochwasserfall ein schnelles Abfließen von Flöha und Zschopau.Entsprechend länger verweilt das Wasser im eigentlichen Stadtgebiet. 2. Sollte es zum Bau der geplanten Ortsumgehung durch die Flußaue bei Falkenaukommen, wird der wichtigste Retentionsraum mittels Damm erheblich verkleinert und der Rückstau für die bebaute Ortslage Falkenau erhöht. 3. Anstattplanungsrechtliche Voraussetzungen zu schaffen, den Flüssen im Stadtgebiet mehr Raum zu geben, hält die Stadt an den Bebauungsplänen imMündungsbereich der Zschopau und am alten Kläranlagenstandort fest. 4. Angesichts der zu erwartenden Bevölkerungsentwicklung wäre es auch sinnvoll,für die nächsten 20 Jahre einen schrittweisen Rückbau vieler Gebäude im unmittelbaren Auenbereich wie z.B. der Industriebrache Gückelsberg oder dasAnfang der 70 er Jahre entstandene Neubaugebiet an der Lessingstraße planerisch vorzubereiten. Freie Presse: Sie waren zum zum Einwohnerforum zur Ortsumgehung Flöha. Werden Sie den Klageweg beschreiten?Tobias Mehnert: Der Naturschutzverband Freiberg e.V. wird alle seine Klagemöglichkeiten nutzen. Als Grundstückeigentümer und Naturschutzverbandgeben wir keine Zustimmung zur Inanspruchnahme der Flußaue bei Falkenau für Straßenbauzwecke. Es gibt erheblich kostengünstigere Lösungen zurKlärung der innerörtlichen Verkehrsprobleme. Diese zu erschließen und zu organisieren ist Aufgabe der öffentlichen Verwaltungen. Es ist auch nichtunsere Aufgabe, der Staatsbürokratie in Sachsen Wege aufzuzeigen, wie man 4 Mio. € für die alternativen Verkehrslösungen organisiert und demBundeshaushalt dadurch mindestens 32 Mio. € einspart. Im übrigen verbietet es die ökologische Einzigartigkeit der Flußaue bei Falkenau, durch dieseeine Straße zu bauen. Wie richtig wir mit unserer Argumentation liegen, mag die Tatsache belegen, daß die von der Genehmigungsbehörde veranlaßteÜberarbeitung der Planunterlagen von DEGES bis heute nicht abgeschlossen wurde. Und mit jedem weiteren Monat sinken die Möglichkeiten, daß dieBundesrepublik 36 Mio. € für ein zweifelhaftes Straßenbauprojekt noch aufbringen kann ...Freie Presse: Als Naturschützer müßten Sie doch für alternative Energien wie Wasserkraft sein. Warum sträuben Sie sich dagegen?Tobias Mehnert: Wasserkraft ist keine Alternative für den Energiebedarf der Industrienation Deutschland. Bis 1999 wurden in Sachsen 240Wasserkraftanlagen reaktiviert. Mit ganzen 0,571 % waren diese 240 Wasserkraftanlagen an der Elektroenergieerzeugung beteiligt. Deren Beitrag zumKlimaschutz ist ebenfalls marginal. Wie aus einer Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung hervorgeht, sind 4633 kleineWasserkraftanlagen der Bundesrepublik mit 0,09 % an der CO2-Reduzierung in Deutschland beteiligt. Umgerechnet auf Sachsen macht dieser Anteil0,0046 % aus. Wer also kleine Wasserkraftanlagen als Alternative für die Stromerzeugung in Deutschland propagiert, dokumentiert mangelhafteWirtschaftskompetenz. Oder aber er will das Land auf das Entwicklungsniveau eines Agrarstaates bringen.Freie Presse: Die Wasserkraftanlage Gückelsberg muß den Betrieb einstellen, am Plauer Wehr soll eine neue Wasserkraftanlage entstehen - welcheHaltung nimmt der Naturschutzverband Freiberg dazu ein ?Tobias Mehnert: Wasserkraftanlagen beeinträchtigen die Natürlichkeit der Fließgewässer erheblich. Die Wehre stellen auch keine Maßnahme desvorbeugenden Hochwasserschutzes dar. An diesen massiven Querverbauungen wird bei Hochwasser die Energie des Wassers erheblich erhöht, was zuverstärkten Schäden im direkten Umfeld und darunter liegend führt. Wir begrüßen entsprechend die längst überfällige Entscheidung zur Schließung vonGückelsberg. Das Plauer Wehr ist für den Hochwasserschutz natürlich ebenso nicht notwendig. Notwendig ist diese Gewässerverbauung einzig und alleinfür den Sportbetrieb des Kanuvereins. Freie Presse: Wehre erhöhen aber doch auch den Grundwasserstand ... Und wer soll den Rückbau der Wehre bezahlen ?Tobias Mehnert: Der Mensch greift auf vielfältige Weise in den Grundwasserstand ein. Wenn ein künstlich geschaffener Wasserstand auf sein natürlichesNiveau abgesenkt wird, ist das aus ökologischer Sicht nur folgerichtig, da so der größte Natürlichkeitsgrad erreicht wird. Die vielbeschriebene Gefahrmöglicher Setzungserscheinungen an baulichen Anlagen wirkt nur im unmittelbaren Umfeld des Anstaus. Im übrigen ist ein hoher Grundwasserstand für dieGebäudesubstanz eher schädlich, so daß die Vorteile mögliche Nachteile überwiegen sollten. Die Kosten für den Wehrrückbau werden von der
Herrn Kurt Lange 22.03.2005Offener BriefIhre "Sorgen" bezüglich der Eigentumsflächen des Naturschutzverband Freiberg e.V. (speziell Flurstück 201a Gemarkung Falkenau)Bezug: FP v. 19.03.2005 ("Alarmstufe 2 für die Zschopau")Sehr geehrter Herr Lange,in Ihrer Funktion als Stadtrat und Vorsitzender der CDU-Fraktion haben Sie sich in der Stadtratssitzung am 17.03.2005 nach Aussage von Anwesendenüber den Zustand der Flußaue zwischen Falkenau und Flöha erregt. Sie vermeinten wohl einen Handlungsbedarf für den Grundstückseigentümer ableitenzu können, um ihrer Meinung nach eine drohende Hochwassergefahr für Flöha zu bannen, welche explizit auf den Zustand dieser Auenflächezurückzuführen sei.Wir geben zu, diese ihre Reaktion hat uns sehr befremdet. Befremdet schon deshalb, weil wir glaubten, daß die intensive Arbeit des Hochwasserbeiratsder Stadt auch bei den Stadträten einen Wissenszuwachs zum vorbeugenden Hochwasserschutz gebracht hätte. Denn nach unserem Kenntnisstandwaren auch Sie Mitglied des Hochwasserbeirates, gleichwohl wir nach Prüfung der Teilnehmerlisten festgestellt haben, daß Sie die überwiegendeMehrzahl der Sitzungen durch Abwesenheit mitgestaltet haben. Vielleicht ist diesem Umstand geschuldet, daß Sie nun durch Unwissenheit in besondereErscheinung getreten sind.Um zukünftige Fehlinterpretationen ausschließen zu können, teilen wir Ihnen die wesentlichen Informationen zur Auenfläche des NaturschutzverbandFreiberg e.V. einschließlich der damit im Zusammenhang stehenden Auswirkungen für den Hochwasserschutz vor den Toren Flöhas in Kurzform mit:1.Das Flurstück 201a der Gemarkung Falkenau umfaßt eine Fläche von rund 10 ha. 2.Durch die Augustflut wurde 2002 der ursprüngliche Deich, welcher die Landwirtschaftsfläche schützte, zerstört. Der Fluß bildete einen neuen Armaus und eroberte sein ursprüngliches Flußgebiet zurück. 3.Im Zuge der Schadensbeseitigung reichte der Bereich Landwirtschaft des SMUL im November 2002 bereits rund 16000 € zurWiederverschließung dieses Deichdurchbruches und zur Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Nutzfläche aus. 4.Da der Naturschutzverband Freiberg e.V. ein ursächliches Interesse an naturnahen und damit ausgesprochen hochwasservorsorgegerechtenFlußabschnitten hat, wurden die ausgereichten Fluthilfegelder nicht in Anspruch genommen und so der neu entstandene Freiraum vor den Torenvon Flöha gesichert. Der Deichdurchbruch bei Falkenau ist der einzige noch erhaltene Deichdurchbruch an Flöha und Zschopau. Der Erhalt desÜberflutungsraumes findet bei allen Landesbehörden im Freistaat Sachsen und darüber hinaus höchste Anerkennung und gilt als in jeder Weisenachahmenswert. 5.Es ist vorgesehen, auf der Fläche auch als Maßnahme des vorbeugenden Hochwasserschutzes einen ausgedehnten Auwaldkomplex zuentwicklen. Dazu gehört ebenso die Sicherung der natürlichen Fließgewässerdynamik mit Veränderungen des Gewässerlaufs und dem Transportvon Geschiebe. 6.Eine permanente menschliche Einflußnahme auf dieser großen Ausbreitungsfläche der Flöha ist weder gewollt noch zielführend. Sehr geehrter Herr Lange, Sie sollten also dem Naturschutzverband Freiberg e.V. dankbar dafür sein, daß er uneigennützig und selbstlos seine Flächenfür die Flöha vor den Toren der Stadt zur Verfügung stellt und so dringend erforderlichen Raum zur Ausbreitung/Ablagerung von Wasser undSchwemmgut sichert.Der Flächenbesitz der Familie Lange umfaßt nach unserem Kenntnisstand auch Flächen in der Flußaue der Flöha. Wie wäre es denn, wenn Sieangesichts der dokumentierten Besorgtheit Ihren Einfluß geltend machen würden und ebenso wie wir diese Flächen für den Fluß bzw. denHochwasserschutz zur Verfügung stellten ?Oder aber Sie setzen sich ein, und pflanzen Wald auf ihren Acker- und Gründlandflächen hinterm Haus. Wald ist der Wasserspeicher schlechthin und dieWiederbewaldung gilt als ganz wesentlicher Bestandteil vorbeugender Hochwassermaßnahmen. Der Naturschutzverband Freiberg e.V. hat übrigens überseine Agrarunternehmen bereits mehr als 100 ha landwirtschaftliche Nutzfläche wiederbewaldet ! Gern sind wir bereit, Ihnen bei der Renaturierung desFamilienbesitzes Hilfestellung zu geben.Oder wie wäre es damit, wenn Sie ihren Einfluß als Fraktionsvorsitzender der CDU einmal dafür einsetzen würden um hochwasserrelevante Bausünden,Planungsfehler oder Unterlassungen der öffentlichen Verwaltung zu reparieren ?Kleine Auswahl zum schnellen Handeln:•Entwässerung der Feldflur am Haus Weitblick (erhebliche Verstärkung des Wasserabflusses zum Bergmannsteig) •Betonplattenverbauung des Wezelbaches im Einzugsbereichs des Lärchentaler Teiches ( verstärkter Geschiebeeintrag inFeuerlöschwasserreservoir) •Streichung der Neubauplanungen am ehemaligen Kläranlagenstandort, im Mündungsbereich von Flöha und Zschopau sowie an der Uferstraße •Einsatz zum Rückbau der Querverbauungen in Flöha und Zschopau (Wehr Gückelsberg, Wehr Plaue, Wehr Falkenau) •Engagement gegen den Bau einer Umgehungsstraße quer durch die Flußaue bei Falkenau auf einem abflußeinengenden Dammbauwerk Nun, Sie sehen, wenn man will, kann man sich in und um Flöha in vielfältiger Form für den vorbeugenden Hochwasserschutz einsetzen. Da wir aber