Denn wir töten, was wir schützen wollen ... Teil 2 (Teil 1 hier)

Erste Ergebnisse unseres sofortigen Einsatzes gegen die illegale Flusstrockenlegung Wehr Borstendorf der Envia an der Flöha

Noch in den Vormittagsstunden des 2.7.2010 informierten wir die Landesdirektion Chemnitz und das Landratsamt des Erzgebirgskreises über die illegale Flusstrockenlegung durch Envia an der WKA Borstendorf. Diese Meldung hatte Erfolg. Denn am Nachmittag des 2.7.10 wurde wieder Wasser in das Flussbett abgegeben. 

Wehrteich am 02.07.2010 vormittags

Wehrteich am 02.07.2010 später Nachmittag

Somit konnte das Sterben der noch lebenden Wildfische in einem großen Bereich der Ausleitungsstrecke verhindert werden. Für die Fische links und rechts vom Baggergraben im Flussbett kam aber jede Hilfe zu spät ...

Wir danken an dieser Stelle ausdrücklich den angerufenen Behörden für ihren sofortigen Einsatz ! 

Der Vorgang fand auch ein erstes Presseecho in der Freien Presse (zum Lesen Doppelklick auf das Bild):

2010FreiePresseZschopau03_07_10

 

Leider wurde in der Presse die eigentliche Problematik nur randlich angeschnitten. Es ging weniger um eine Gefährdung von Speisefischen und auch nicht um den Nahrungsbedarf von Komoranen (diese kommen übrigens kaum bzw. gar nicht an die unter Steinen bzw. im Sedimenten versteckten Westgroppen, Schmerlen und Bachneunaugen heran). Die Flöha ist im geschädigten Bereich der Forellenregion zuzuordnen. Entsprechend sind die Charakterarten hier Bachforelle, Westgroppe, Schmerle, Elritze und das Bachneunauge. U.a. wegen dieser Fischartenausstattung ist die Flöha als Flora-Fauna-Habitat (FFH) -Gebiet ausgewiesen. Hechte, Barsche, Aale und Döbel sind in Topf und Pfanne sicherlich schmackhaft. Gleichwohl sind deren Lebensraumansprüche nicht auf die Flöha beschränkt. Diese Arten sind deshalb auch nicht repräsentativ bei der Bewertung der illegalen Trockenlegung des FFH-Gebiets an der Wasserkraftanlage der Envia in Borstendorf.

Für all diejenigen, welche keinen toten Fische sehen konnten oder wollten hier noch einmal ein paar „Nachhilfe“belege.

Unter den Steinen und an den tiefsten Stellen waren z.B. ...

diese vier Schmerlen,

diese 9 Schmerlen und eine Westgroppe,

auch diese 29 Schmerlen und fünf Westgroppen,

sowie diese fünf Schmerlen und eine Westgroppe

und diese 6 Schmerlen auch für den nicht sachkundigen aber wenigstens  interessierten Laien zu finden (Aufzählung der Opferzahlen nur beispielhaft, nicht abschließend und vollständig) 

... und aus einer Pfütze dieses Wehrteichsediments wurde ein lebendes Bachneunauge geborgen.

Wie konnten die Bachneunaugen überleben, wenn Bagger durchs Sediment fahren und der Wehrteich trockengelegt wird ? 

Und für die Freunde der Speisefische hier zwei tote Exemplare (wenn auch untermaßig und deshalb eigentlich für Topf und Pfanne noch nicht geeignet):