Rettungseinsätze - Biotope und Landschaften in GefahrManchmal musste es ganz schnell gehen. Manchmal hatten wir noch etwas Zeit. Und manchmal war der Einsatz zwar erfolgreich, aber etwas später der Erfolg wieder bedroht. Bereits mit dem Erwerb der Flächen durch den Naturschutzverband Sachsen e.V. konnten zahlreiche Biotope und Landschaften vor ihrer Zerstörung und Vernutzung gerettet werden.Die Karte zeigt beispielhaft unsere Rettungseinsätze im Gebiet des Landkreises Mittelsachsen und wo es wieder brennt. An den Brennpunkten sind wir dran. (Bitte mit dem Mauszeiger über die Symbole fahren)
Gerettet !Die Lehmgrube Arnsdorf sollte verfüllt werden - mit ihr ein artenreicher Biotopkomplex mit einem Stillgewässer. Der Naturschutzverband Sachsen e.V. kaufte das Gelände und gestaltete noch eine Pufferzone zum angrenzenden Acker hinzu.
Gerettet !1991: Der Teich war bereits als Wasser-Skisprung-Anlage ausgebaggert. DieSkimatten lagen bereits am Ufer. Kurzentschlossen kaufte derNaturschutzverband Sachsen e.V. dasGesamtareal und sicherte so die Ruhe imLochbachtal bei Reinsberg. DieSkisprungmatten wurden später entsorgt...
Gerettet !Mitte der 90er Jahre geisterte dieReaktivierung des PumpspeicherbeckensRossau durch die Köpfe Technikverliebter.Gut, dass real denkende Menschen dasVorhaben als unsinnig erkannten und demNaturschutzverband Sachsen e.V. zumKauf anboten.
In Gefahr !Der Naturschutzverband Sachsen e.V. hatdie ehemalige Kiesgrube Langhennersdorferworben, um die artenreichenStillgewässer zu erhalten. Aktuell gibt esjedoch Planungen für einen neuenKiesabbau unmittelbar daneben. Damitbesteht die Gefahr, das Grundwasserabzugraben und die alte Kiesgrubetrockenzulegen. Außerdem soll die neueGrube nach Abbauende mit fremdenAushubmassen verfüllt werden.
In Gefahr !Das Waldgebiet des Rats- undHospitalwaldes stellt den größtenzusammenhängenden Waldkomplex beiFreiberg dar und ist Lebensraumzahlreicher streng geschützter Tierarten(allein ca. 11 Fledermausarten). DerHospitalwald soll durch die geplanteOrtsumgehung Freiberg zerschnitten underheblich beeinträchtigt werden - wirwerden dagegen kämpfen!
In Gefahr !Das Freiberger Muldental (FFH-Gebiet)wurde jahrhundertelang geschunden. DieDDR wollte es noch für ihre Abraumhaldenzuschütten lassen. Soweit ist es nicht mehrgekommen. Aber noch immer hat das Talkeine Ruhe - nach dem Bergbau kommtnun der Straßenbau. Mit derOrtsumgehung Freiberg soll der Talraumweiter zerschnitten werden - sollte die BRDvollenden, was die DDR nicht mehrgeschafft hat?
In Gefahr !Die Bobritzsch-Aue bei Oberbobritzschwurde in den 30er Jahren des 20.Jh. alsProjekt des technischen Fortschritts undder Landnahme umgestaltet, indem dieBobritzsch und ihre Nebenflüsse kanalisiertund die Aue drainiert wurden. In diesergeschundenen Landschaft hat derNaturschutzverband Sachsen e.V. 60Jahre später Flächen erworben und einRenaturierungsprojekt für die Aueentwickelt. Teile davon sind bereitsumgesetzt. Nun wird die Aue durch dieLandestalsperrenverwaltung Sachsenwieder bedroht - diesmal durch eingigantisches Hochwasserrückhaltebecken. Sollten sich die Zeiten wiederholen, ohnedass man etwas gelernt hat?
Gerettet !Die Striegis zwischen Wegefarth undBräunsdorf ist noch ein weitgehendunverbauter Fluss. Gefahr drohte durchUferverbaumaßnahmen derLandestalsperrenverwaltung. Nachdem derNaturschutzverband Sachsen e.V. dieFlächen links und rechts der Striegiserworben hat, kann die Flussdynamikungestört ablaufen.
Gerettet !Der Steinbruch Gunnersdorf, zu DDR-Zeiten eine Panzerübungsstrecke, sollteals Tauchschule mit Windrad, Motocross-Strecke und Freizeitgestaltunggenutzt werden. Das Restgewässer istLebensraum für mehrere stark bedrohteAmphibienarten. Der NaturschutzverbandSachsen e.V. kaufte und entmüllte dasGelände und sorgte für Ruhe im Umfeld.
Gerettet !Dem Steinbruch Oberschöna drohte nachEinstellung des Abbaus eine Nutzung alsMotocross-Strecke, Schießstand bzw. fürandere lärmintensive Freizeitaktivitäten.Selbst die Verfüllung wurde vonzuständigen Behörden ins Auge gefasst.Nachdem der NaturschutzverbandSachsen e.V. das Biotop und weiteBereiche des ehemaligen Betriebsfeldeserwarb, konnte die Natur Ruhe finden.
In Gefahr !Der Naturschutzverband Sachsen e.V.besitzt seit 2002 im Flöhatalabschnittzwischen Falkenau und Flöha ca. 10 haEigentumsfläche, inselartig gelegenzwischen dem Flöhafluss und einemMühlgraben. Während des Hochwassersvon 2002 hat die Flöha einen Deichdurchbrochen, seitdem gibt es auf derFläche des Naturschutzverbandes einenneuen Flussarm. Durch das Engagementdes Vereines konnte erreicht werden, dassder Deich nicht wieder geschlossen wurde.Seitdem ist die insgesamt 13 ha großeInsel vor den Toren Flöhas wieder an dasHochwasserregime des Flussesangeschlossen und es hat sich einWeidenauwald entwickelt. DieLandesdirektion Chemnitz plant die neueBundesstraße B 173 über dieses Gebiet.Trotz der erfolgreichen Klage des Vereinshält die Landesdirektion am Vorhaben fest...