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Die Mythen des Verkehrs

Frage: Fördert Straßenbau die Wirtschaftskraft einer Region?

Antwort: nein

„Es hat sich (bisher) in den neuen Bundesländern herausgestellt, dass Strukturpolitik durch Investitionen in die Infrastruktur wenig gefruchtet hat. Vermutlich ist das Scheitern der »Strategie der infrastrukturellen Vorleistung« dem Umstand zuzuschreiben, dass im verstärkten Standortwettbewerb um Investoren und Unternehmen eine gute Infrastrukturausstattung als selbstverständlich angenommen wird. Gerade im Verkehr ist dies deutlich, weil in Deutschland und in großen Teilen Europas beinahe alle Wirtschaftsstandorte auf gute Anbindungen auf der Straße, auf der Schiene und auch in der Luft verweisen können. Komparative Vorteile aus einer vorzüglichen Verkehrsinfrastruktur zu ziehen, kann kaum gelingen, wenn die Verkehrsanbindungen überall gut sind.“

Quelle: Weert Canzler, Demographie und Verkehrspolitik, in Das Parlament, Ausgabe 29-30-2007

"Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Fernstraßenausbau und der Gewerbe-Entwicklung bzw. der Höhe der Arbeitslosigkeit."

Quelle: Bündnis 90/Die Grünen herausgegebene Studie "Jobmaschine Straßenbau?"
» Stand 2007

Frage: Entlastet weiterer Straßenbau den Verkehr?

Antwort: nein

"acatech geht hier von einer Zunahme bis 2020 um 20 Prozent aus, während der BVWP für den Zeitraum von 1997 bis 2015 einen Fahrleistungszuwachs von 14 Prozent erwartet. Ein wesentlicher Grund hierfür ist das erweiterte Autobahnnetz, das längere Fahrten in kürzerer Zeit ermöglicht."

"Durch die neuen Verbindungen, etwa die Bundesautobahn A 20, ist es möglich, in der gleichen Zeit weiter zu fahren. Dementsprechend steigt der Anteil der längeren Wege."

Quelle: "Mobilität 2020 - Perspektiven für den Verkehr für morgen", acatech, Deutsche Akademie der Technikwissenschaften https://www.acatech.de/publikation/mobilitaet-2020-perspektiven-fuer-den-verkehr-von-morgen-stuttgart-2006/

"Die im Verkehr zugebrachte Zeit hat sich im Laufe der Jahre leicht erhöht. Dies wurde in umfangreichen Untersuchungen unter anderem von Socialdata, München, erforscht. Die durchschnittlich von den Verkehrsteilnehmern im Verkehr zugebrachte Zeit ist insbesondere unabhängig von der Geschwindigkeit der benützten Verkehrsmittel und wird als Reisezeitbudget bezeichnet.s Der Straßenbau führt zu einer starken Zunahme des Verkehrs und ist in den nächsten Jahren die mit Abstand wichtigste Bestimmungsgröße für die Verkehrsentwicklung."

Quelle: http://www.verkehrswissenschaftler.de/pdfs/Pfleiderer%20-%20Das%20Phaenomen%20Verkehr.PDF

"Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) beim Bundesumweltministerium hat ein Sondergutachten (SG) „Umwelt und Straßenverkehr“ veröffentlicht, in dem erstmals von offizieller Seite das klar gesagt wurde, was unabhängige Verkehrswissenschaftler schon immer sagen: Der durch Straßenbau induzierte Verkehr hat einen großen Einfluss auf die volkswirtschaftliche Rechtfertigung des Straßenbaus."

Quelle: http://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/02_Sondergutachten/2005_SG_Umwelt_und_Strassenverkehr.pdf?__blob=publicationFile

 

Frage: Als Fazit - entlastet der Straßenbau die die Umwelt?

Antwort: nein

Indem neue und schnellere Straßen dazu führen, dass bei gleichbleibendem Reisezeitbudget größere Entfernungen zurückgelegt werden, werden natürlich auch die Umweltauswirkungen (Kraftstoffverbrauch, Schadstoffausstoß) nicht verringert. Auch der Lärm wird nicht weniger, sonst erhöht sich erheblich (mehr Verkehr, schnellerer Verkehr), er verteilt sich nur anders. Gar nicht betrachtet werden dabei die Flächenzerschneidungen, die neue Straßen bewirken. Es ist deshalb eine klare Irreführung, dass neue Straßen die Umwelt entlasten.